Jasmina Marks
Jasmina Marks

Aus gegebenem Anlass ...

Ich möchte an dieser Stelle einmal eindringlich auf das Thema “Mobbing” eingehen, denn nicht nur die Kids an den Schulen sind betroffen, sondern Mobbing oder Bossing (wie es genannt wird wenn es durch den Vorgesetzten geschieht) sind auch in unserem Alltag ein wiederkehrendes und leider dauerhaft aktuelles Thema.

 

Mit Zahlen und Statistiken will ich mich nicht auseinandersetzen, mir reicht, was ich selbst erlebt habe!

 

Nichtsdestotrotz ist es mir ein Anliegen, meine hiermit auch öffentliche Plattform zu nutzen und dem Thema Raum zu geben.

 

Wenn ich bedenke, dass ich über Monate hinweg zunehmend verzweifelt versucht habe, mich wieder und wieder kooperationsbereit zu zeigen, mich über jedes freundliche Wort, das quasi ‚aus Versehen‘ mal an mich rausgerutscht ist, gefreut habe und Hoffnung schöpfte darauf, dass es irgendwann schon überstanden, sich erholen und eine neutrale Basis erreichen wird, dann kann ich rückwirkend sagen, naja gut – es war immerhin ein Versuch wert!

 

Ich gehöre auch nicht zu denen, die eine radikale Meinung dahingehend vertreten, dass man direkt mit Vernichtung oder Kapitulation reagieren muss. Man sollte es IMMER zunächst versuchen, an Menschlichkeit appellieren sowie an ein würdevolles Miteinander.

 

Bestätigt sich aber im Laufe der Zeit, dass dieser Weg hartnäckig versperrt bleibt, dann ist ein „meine Flügel streichen und mich umdrehen“ nicht als „Aufgeben“ im eigentlichen Sinne anzusehen, sondern es bedeutet nichts anderes als „ICH bin mehr wert, als das, was ihr mir an Respekt und Anerkennung geben wollt“ …

 

Wer sich weigert, dich zu respektieren, bei dem lass es einfach sein … sei dir selbst mehr wert!

 

 

Was ich an mir entdeckt habe oder im Nachhinein beschreiben kann, war der zunehmende Verlust meines Selbst, im wahrsten Sinne des Wortes. Die permanenten verbalen Attacken, die jegliche Würdigung in Wort und Tonfall vermissen ließen und mit sich steigernder Schärfe und damit vermeintlicher Berechtigung einhergingen, trugen still und leise dazu bei, dass ich nicht mehr wie selbstverständlich dastehen und für die Einhaltung der Achtung meiner Würde eintreten konnte. Gelinde gesagt, man wird mürbe!

 

Hinzukommt der wiederkehrende Umstand, dass solche Aktionen besonders beliebt waren, wenn man mit dem/der Mobber/in alleine war, ohne Zeugen. Sich dagegen zu wehren ist sinn- als auch aussichtslos. Und trotzdem geschieht es und gleichwohl wird es fortgesetzt ohne ansatzweise eine Ahndung zu erfahren. Gerechtigkeit, Menschlichkeit oder gar ein würdevoller Umgang verfallen ins Bodenlose und werden vollständig ihrer Existenz beraubt.

 

Das muss man erstmal verdauen und im alltäglichen Geschehen einordnen, bzw. nach einem Weg suchen, der es erträglich macht, wenn man schon beschnitten wird sich dagegen zur Wehr zu setzen – für Betroffene ein unhaltbarer Zustand!

 

Interessant wird die Sache aber erst dann, wenn man schließlich Zeugen hat, die es mitbekommen und nach der zunächst erfahrenen Schockstarre dann entscheiden ‚so geht das nicht‘ und sich mobilisieren nur um dann, wenn es drauf ankommt, mut- als auch hilflos dazustehen und sich in Schweigen zu hüllen.

 

Es ist nicht so, dass ich das nicht in gewisser Weise nachvollziehen könnte. Allerdings bin ich persönlich tatsächlich anders gestrickt. Ich halte NICHT meinen Mund, respektiere aber die Entscheidung anderer!

 

Ich kann sie deswegen so einfach respektieren, weil ich weiß, dass sie ihnen eines Tages selbst entgegenschlagen wird. Früher oder später werden sie an den Punkt kommen, an dem sie werden feststellen müssen, dass nur der gemeinsame Zusammenhalt eine Veränderung erwirkt. An dem sie darüber gewahr werden, dass das Beiwohnen eines Unrechts (sei es auch noch so unfreiwillig, das Beiwohnen an sich) über eine Duldung hinausgeht, wenn man es kommentarlos passieren lässt. Aus der Duldung wird dann umgehend eine Zustimmung.

 

Für Betroffene bedeutet das:

Die Zuschauer schreiten nicht ein, also bestätigen sie damit, dass die herablassende und entwürdigende Umgangsform ihre Berechtigung hat!

 

Das wiederum hat für Betroffene den Effekt, dass sie sich selbst immer weniger trauen und infrage stellen, weil doch niemand widerspricht!

 

Dann muss das ja so richtig sein – nichts anderes heißt es und in der Folge, wenn man im Kern seines Wesens aber davon überzeugt ist etwas anderes verdient zu haben, wird man sich abwenden, in sich kehren, vielleicht noch etwas weiterlaufen und dennoch versuchen Haltung zu wahren und Auswege herbeizuführen, bis auch diese nicht mehr vorhanden sind.

 

Schlaflosigkeit, Trauer, nicht mehr Essen oder aber genau das Gegenteil, gepaart mit unendlicher Existenzangst und so weiter, körperliche Reaktionen folgen schneller als man meint; Schwindel, Bauchkrämpfe und die ganze Palette an Möglichkeiten, die der Körper nutzt um uns zu warnen...

 

Irgendwann dann stellt man fest „ich kann nicht mehr“ – gute Miene zum bösen Spiel findet ihr Ende und man ist krank! 

 

Wenn dann in der Folge alle unfreiwilligen Zuschauer und sich-hinein-gezogen-Fühlende weiterhin ernsthaft darüber nachdenken, ob sie sich zu Wort melden oder nicht und sich dann dagegen entscheiden, haben sie noch ein Weiteres damit getan.

 

Sie geben dem Mobbing nicht nur Boden und Berechtigung, sondern auch Unterstützung. Sie sind der verlängerte Arm des Mobbings!

 

Sich NICHT dagegen zu stellen bedeutet es fortzuführen – faktisch gesehen ist es so. Wer zusieht und schweigt wird zum Mittäter. Dabei spielt es für Betroffene keine Rolle, ob Angst die Ursache des Schweigens ist. Ich erkläre später warum …

 

Spätestens dann sollten Betroffene sich selbst näher sein und sich für ihre Gesundheit (körperlich als auch seelisch) entscheiden und für sich eintreten als auch einen anderen Weg wählen – den Weg, der dauerhaft besser erscheint!

 

Zugegeben, zunächst wird es schwieriger. Die Existenz ist bedroht und wer wie ich alleine dasteht und niemanden hat, der einen auffängt, für den fängt der Spaß jetzt erst richtig an. Dennoch sehe ich es als Herausforderung.

 

Auch wenn es anfangs mit mehr Anstrengungen und Entscheidungen und so weiter einhergeht, so birgt doch letztendlich die Veränderung eine Chance – eine Chance auf ein leichteres Leben ohne Mobbing!

 

Vorzuwerfen hat man sich auch nichts, weil man ja versucht hat standhaft zu sein und gegen Unrecht aufzustehen. Dass dieses nicht gewürdigt wurde, liegt nicht in der Verantwortung des Betroffenen, den Schuh müssen sich andere anziehen – Punkt!

 

 

Nochmal kurz auf die „Bewohnenden wider Willen“ eingehend möchte ich, gerade was den Arbeitsplatz und ein Mobbing oder Bossing betrifft sagen, dass es nicht aufhört, nur weil der vermeintliche Störenfried geht!

 

Vorgesetzte, die mobben, suchen sich ruckzuck ein anderes Opfer. Wer so bösartig ist, dass er es nötig hat andere klein zu halten, seine Macht wieder und wieder zu demonstrieren, dem mangelt es deutlich an Kompetenz. Und eben weil es so ist, braucht er ein Ventil. Wenn das eine geht, sucht er sich zwangsläufig ein nächstes - das ist psychologisch eine einfache Sache …

 

Zurück zu den „Beiwohnenden wider Willen“. Lieber einen aus den eigenen Reihen zu opfern indem man ihn gehen lässt und sich nicht hinter ihn stellt aus Angst um den eigenen Job, ist eine Rechnung, die langfristig nicht aufgeht.

 

Logisch wäre nachfolgend, dass der Mobber oder Bossing-Betreibende vorübergehend die Wogen geglättet hält. Er muss ja bestätigen, dass der Störenfried die Ursache der alle betreffenden Unruhe war. Denn sowas geht nie komplett stillschweigend einher, die Spannungen sind greifbar. Eigentlich ist er ja ganz lieb, der Bossing-Betreibende. Doch auf kurz oder lang braucht er erneut jemanden, an dem er sich austoben kann.

 

Gut geeignet sind „schwache Menschen“. Und er lauert und sucht danach, bis er das passende Opfer findet. Und dann nämlich zeigt sich, dass die Kollegenschar ihr Problem nicht lösen konnte, in dem sie einen von sich opferte. Die Lage an sich wird sich nicht auflösen, sondern sich lediglich verlagern, weiter und immer weiter … aber das ist dann deren Aufgabe, die sie lösen werden müssen oder halt dauerhaft ertragen … oder was auch immer … auf jeden Fall ist es nicht mehr Aufgabe derer, die geopfert wurden!

 

 

Warum nun ausgerechnet ich als „schwacher Mensch“ eingestuft wurde, kann ich nicht sagen. Allerdings aber war die Grundlage für das Bossing meine Missbrauchsvergangenheit. Sich an dieser zu orientieren um Menschen, denen man sich unterlegen fühlt oder denen man was auch immer neidet, wer weiß, was dafür tatsächlich ausschlaggebend war, in Grund und Boden zu stampfen, zeugt von einem Charakter, den ich nicht weiter beschreiben möchte und unendlich froh bin, ANDERS gestrickt zu sein, trotz Missbrauchsvergangenheit!

 

Diesbezüglich gibt es nichts hinzuzufügen!

 

 

             An alle Betroffenen von Mobbing oder Bossing:

 

IHR SEID MEHR WERT,

ALS DAS,

WAS MAN EUCH GIBT!

 

BESINNT EUCH AUF EUCH SELBST

UND VERGESST NIEMALS

DASS IHR ES WERT SEID

RESPEKTVOLL BEHANDELT ZU WERDEN!!!

 

 

 

Eure  Jasmina

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Jasmina Marks