Ich möchte an dieser Stelle einmal eindringlich auf das Thema “Mobbing” eingehen, denn nicht nur die Kids an den Schulen sind betroffen, sondern Mobbing oder Bossing (wie es genannt wird wenn es durch den Vorgesetzten geschieht) sind auch in unserem Alltag ein wiederkehrendes und leider dauerhaft aktuelles Thema.

 

Mit Zahlen und Statistiken will ich mich nicht auseinandersetzen, mir reicht, was ich selbst erlebt habe!

 

Nichtsdestotrotz ist es mir ein Anliegen, meine hiermit auch öffentliche Plattform zu nutzen und dem Thema Raum zu geben.

 

Wenn ich bedenke, dass ich über Monate hinweg zunehmend verzweifelt versucht habe, mich wieder und wieder kooperationsbereit zu zeigen, mich über jedes freundliche Wort, das quasi ‚aus Versehen‘ mal an mich rausgerutscht ist, gefreut habe und Hoffnung schöpfte darauf, dass es irgendwann schon überstanden, sich erholen und eine neutrale Basis erreichen wird, dann kann ich rückwirkend sagen, naja gut – es war immerhin ein Versuch wert!

 

Ich gehöre auch nicht zu denen, die eine radikale Meinung dahingehend vertreten, dass man direkt mit Vernichtung in der Form von "ich schlage zurück" oder aber andererseits mit sofortiger Kapitulation reagieren muss. Besonnenheit ist angebracht, zumindest anfangs. Man sollte es IMMER zunächst versuchen, an Menschlichkeit appellieren sowie an ein würdevolles Miteinander!

 

Bestätigt sich aber im Laufe der Zeit, dass dieser Weg hartnäckig versperrt bleibt, dann ist ein „meine Flügel streichen und mich umdrehen“ nicht als „Aufgeben“ im eigentlichen Sinne anzusehen, sondern es bedeutet nichts anderes als „ICH bin mehr wert, als das, was ihr mir an Respekt und Anerkennung geben wollt“ …

 

Wer sich weigert, dich zu respektieren, bei dem lass es einfach sein … sei dir selbst mehr wert!

 

 

Was ich an mir entdeckt habe oder im Nachhinein beschreiben kann, war der zunehmende Verlust meines Selbst, im wahrsten Sinne des Wortes. Die permanenten verbalen Attacken, die jegliche Wahrung einer Würdigung in Wort und Tonfall vermissen ließen und mit sich steigernder Schärfe und damit vermeintlicher Berechtigung einhergingen, trugen still und leise dazu bei, dass ich nicht mehr wie selbstverständlich dastehen und für die Einhaltung der Achtung meiner Würde eintreten konnte. Gelinde gesagt, man wird mürbe!

 

Hinzukommt der wiederkehrende Umstand, dass solche Aktionen besonders beliebt waren, wenn man mit dem/der Mobber/in alleine war, ohne Zeugen. Sich dagegen zu wehren ist sinn- als auch aussichtslos. Und trotzdem geschieht es und gleichwohl wird es fortgesetzt ohne ansatzweise eine Ahndung zu erfahren. Gerechtigkeit, Menschlichkeit oder gar ein würdevoller Umgang verfallen ins Bodenlose und werden vollständig ihrer Existenz beraubt.

 

Das muss man erstmal verdauen und im alltäglichen Geschehen einordnen, bzw. nach einem Weg suchen, der es erträglich macht, wenn man schon beschnitten wird sich dagegen zur Wehr zu setzen – für Betroffene ein unhaltbarer Zustand!

 

Interessant wird die Sache aber erst dann, wenn man schließlich Zeugen hat, die es mitbekommen und nach der erfahrenen Schockstarre dann mut- als auch hilflos dastehen.

 

Ich kann das durchaus nachvollziehen, dass man aus Angst schweigt und nicht "mit hineingezogen" werden will, andererseits ist es aber eben das, was Mobber so stark macht - wenn sich niemand dagegen zu stellen wagt. Mal abgesehen davon, dass es auf Dauer das Problem an sich keineswegs löst, sondern eher für alle noch schlimmer macht! Gerade auch für jene, die zurückbleiben...

 

 

Für Betroffene bedeutet das, wenn sie sich allein gelassen fühlen müssen:

Niemand schreitet ernsthaft ein, also bestätigt sich damit, dass die herablassende und entwürdigende Umgangsform ihre Berechtigung hat!

 

Das wiederum hat für Betroffene den Effekt, dass sie sich selbst immer weniger trauen und infrage stellen, weil doch keiner widerspricht!

 

Dann muss das ja so richtig sein – nichts anderes heißt es und in der Folge, wenn man im Kern seines Wesens aber davon überzeugt ist etwas anderes verdient zu haben, wird man sich abwenden, in sich kehren, vielleicht noch etwas weiterlaufen und dennoch versuchen Haltung zu wahren und Auswege herbeizuführen, bis auch diese irgendwann nicht mehr vorhanden sind.

 

Schlaflosigkeit, Trauer, nicht mehr Essen oder aber genau das Gegenteil, gepaart mit unendlicher Existenzangst und so weiter, körperliche Reaktionen folgen schneller als man meint; Schwindel, Bauchkrämpfe und die ganze Palette an Möglichkeiten, die der Körper nutzt um uns zu warnen...

 

Irgendwann dann stellt man fest „ich kann nicht mehr“ – gute Miene zum bösen Spiel findet ihr Ende und man ist krank!

 

Spätestens dann sollten Betroffene sich selbst näher sein und sich für ihre Gesundheit (körperlich als auch seelisch) entscheiden und für sich eintreten als auch einen anderen Weg wählen – den Weg, der dauerhaft besser erscheint!

 

Zugegeben, zunächst wird es schwieriger. Die Existenz ist bedroht und wer wie ich alleine dasteht und niemanden hat, der einen auffängt, für den fängt der Spaß jetzt erst richtig an. Dennoch sehe ich es als Herausforderung.

 

Auch wenn es anfangs mit mehr Anstrengungen und Entscheidungen und so weiter einhergeht, so birgt doch letztendlich die Veränderung eine Chance – eine Chance auf ein leichteres Leben ohne Mobbing!

 

Vorzuwerfen hat man sich auch nichts, weil man ja versucht hat standhaft zu sein und gegen Unrecht aufzustehen. Dass dieses nicht gewürdigt wurde, liegt nicht in der Verantwortung des Betroffenen, den Schuh müssen sich andere anziehen – Punkt!

 

 

Vorgesetzte, die mobben, suchen sich ruckzuck ein anderes Opfer. Wer so bösartig ist, dass er es nötig hat andere klein zu halten, seine Macht wieder und wieder zu demonstrieren, dem mangelt es deutlich an Kompetenz. Und eben weil es so ist, braucht er ein Ventil. Wenn das eine geht, sucht er sich zwangsläufig ein nächstes

 

 

 

ALLERDINGS:

 

WIE man geht, kann man nur selbst entscheiden - ob als "geprügelter Hund", der sich der Unterdrückung beugt und still und leise davonschleicht, obwohl er sich nichts hat zu Schulden kommen lassen, oder ob man aus dieser eindeutig aufgezwungen gebückten Haltung heraus noch Kräfte mobilisieren kann, um den Spieß umzudrehen und alle rechtlichen Schritte in Anspruch zu nehmen als auch einzuleiten, ohne sich von dem Machtgehabe beeindrucken zu lassen ... 

 

Auf jeden Fall macht es ein besseres Gefühl, wenn man aufsteht, weil man definitiv zu Unrecht entwürdigend behandelt wird - auch und gerade für die eigene Zukunft als auch Persönlichkeit! Spannend daran bleibt, dass es sowohl für die eine als auch die andere Seite Folgen, bzw. Konsequenzen hat, muss man ja fast schon sagen, je nachdem, welchen Weg Betroffene aus dieser Situation heraus wählen - ob sie als "Opfer" gehen oder eben als "Betroffene/r" ...

 

 

Warum nun ausgerechnet ich als „schwacher Mensch“ eingestuft wurde, kann ich nicht sagen. Freundlicherweise war die Grundlage für das Bossing meine Missbrauchsvergangenheit und als das alleine nicht funktioniert hat und zielführend war, folgten Provokation und massives Attackieren der Person.

 

Scheint ja nötig gewesen zu sein ... (die Interpretation dessen überlasse ich anderen!)

 

 

Diesbezüglich gibt es nichts hinzuzufügen!

 

 

 

 

             An alle Betroffenen von Mobbing oder Bossing:

 

 

IHR SEID MEHR WERT,

ALS DAS,

WAS MAN EUCH GIBT!

 

BESINNT EUCH AUF EUCH SELBST

UND VERGESST NIEMALS

DASS IHR ES WERT SEID

RESPEKTVOLL BEHANDELT ZU WERDEN!!!

 

 

 

Eure  Jasmina

 

 

 

 

                                                                   Februar 2019